Was ist Yoga?

Steinmalerei & Foto: HGL

Ist es eine Religion? NEIN, es ist ein System der Selbsterkundung, eine introspektive Wissenschaft über den Menschen.

Das westliche Wissenschaftverständnis

In der westlichen Wissenschaft schauen wir von außen auf unser Untersuchungsobjekt „Mensch“ und studieren von außen wie der Mensch funktioniert, nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern auch auf der „Psychischen und mentalen Ebene“. Diese Form der Wissenschaft versucht „objektiv“ den Menschen mit seinen Funktionsweisen zu erfassen. Hier werden verschiedenste standartisierte Untersuchungstechniken und Verfahren genutzt unter Einsatz unserer modernen Technik, um uns von außen ein Bild machen zu können. Über Doppelblindstudien werden Interventionen z.B. aus der Psychologie – auf ihre Wirkung hin untersucht, um diese auf den Menschen zu verstehen. Mehr zu Wissenschaft Hier.

Der Dalai Lama sagte einmal: „Die westliche Wissenschaft ist wunderbar und wichtig. Sie kann uns aber die für uns Menschen wirklich essentiellen Phänomene wie Glück, Freude, Liebe, Zufriedenheit oder das Geschmackserlebnis einer reifen Mango nicht offenlegen.“

Die Wissenschaft des Yoga

In der Yoga-Wissenschaft erforscht sich der einzelne Mensch „von innen“. Die subjektiven, inneren Wahrnehmungen von Gefühlen, beobachten der Gedanken sowie die gemachten Erfahrungen bei Übungen werden zur Grundlage des Lernes, der Erweiterung der persönlichen Sicht sowie des Verstehens von Zusammenhängen und damit eines wachsenden Bewusstwerdens.

Durch tieferes Verstehen seiner selbst, seiner inneren Gedanken, Gefühle und Impulse mit der Technik des nicht urteilende G E W A H R S E I N S bekommt der Übende eine Wahl. So kann er Neues lernen und seine Sichtweisen, seine Reaktionen und sein Handeln anpassen.

Vergangenes – auch Schmerzhaftes – darf ins Bewusstsein kommen, akzeptierend angenommen und endlich losgelassen werden. Alte „Negative“ Gefühle dürfen endlich gehen. Das macht uns für unser jetziges Leben frei. – So manche damit verbundenen Verspannungen, Rückenschmerzen und andere Symptome können sich „wie von Zauberhand“ auflösen!

Das wachsende Verständnis des eigenen menschlichen Seins fördert ein besseres Verständnis anderer Menschen. Es unterstützt die Entwicklung von Empathie mit den Mitmenschen, aber auch Mitgefühl für alles Lebende und unsere Welt. Dies verändert unsere Beziehungsqualitäten und wirkt letztendlich wieder auf uns zurück.

Es hilft zu verstehen, was man im Leben ändern kann und was nicht. Jeder unnütze Widerstand gegen das Unabänderlich, Unvermeidliche produziert Leid und einen hohen Energieverlust. Yoga fördert Verständnis, Annahme und Akzeptanz dessen, was nicht zu ändern ist, es hilft Kummer und Leid zu überwinden und in eine neu Kraft zu transformieren.

Yoga fördert die Integration der beiden Pole des Lebens: Licht & Dunkelheit, „Gut & Böse“, Liebe & Hass, warm & kalt, Krieg & Frieden, Freude & Trauer, Spaß & Frust…dem, was unser irdisches Leben sichtbar und erfahrbar macht.

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Yoga ist letztendlich der Weg zu einem „erleuchteten Bewusstsein“ , dass sich mit dem „Quantenfeld“ verbindet. – (Quantenfeld => Begriff der Quantenphysik. BuchTipp dazu: „Quantenphilosophie und Interwelt: Der Zugang zur verborgenen Essenz des menschlichen Wesens“ von Ulrich Warnke, Professor der Biophysik) Für uns „normale“ Menschen hier erst einmal unvorstellbar und „abgefahren“…!

Unterstützung auf diesem „Weg zu sich selbst“ können erfahrene Lehrer geben, die diesen Weg bereits selbst gegangen sind.

Dennoch ist jeder Schüler aufgefordert nichts zu glauben, denn Yoga ist kein Glaube! Man soll keinem Lehrer, keiner Schrift, keiner Erzählung glauben, sondern seine Erfahrungen machen über eigenes Erforschen, Studieren und kritisch überprüfen! – Kommt der SchülerIn dann zu einem positiven Ergebnis, kann das entstandene Vertrauen seinen Prozess fördern und leiten. – So lehrte es Buddha – der bei den Yogis lernte!

Sobald wir glauben möchten, z. B. einem Lehrer (= Guru), einer Religion oder Kirche, einem Politiker / Partei oder auch den westlichen Wissenschaften, verlassen wir unseren selbsständigen Geist, unsere Autonomie und die Kriterien von Buddha. Wir übergeben unsere Freiheit an andere. Dies ist auch der Grund, warum es überall in den oben genannten Bereichen immer wieder zu Übergriffen (Kirche) und schreckliche Irrleitungen (Hitler) auf die „gläubigen ANHÄNGER“ gekommen ist und kommt. Diese haben die Verantwortung und ihre eigenen großartigen Kompetenzen abgegeben! Das ist bequem, macht aber unfrei und ist das krasse Gegenteil von Yoga!

Die alten Schriften beschreiben den Weg und die Erfahrungen, alte Weisheiten. Das Schöne: diese Erfahrungen wurden nicht nur in Indien in der Tradition des Yoga gemacht. Die Essenz der Weisheiten finden sich auf der ganzen Welt in allen großen Traditionen wieder – in anderen alten Kulturen wie auch bei Jesus!

Yoga ist eine „Erfahrungswissenschaft“. Sie kann – sehr bereichernd für uns westlichen „Kopfmenschen“ – „komplimentär“ von uns genutzt werden.

Die alte Yoga-Wissenschaft – wie auch die westliche Wissenschaft – ergänzen sich für mich auf perfekte Weise!

Hinduistischer Tempel – Indien – Bild HGL

Dennoch kann Yoga für jeden religiösen Menschen in seine jeweilige Religion integriert und genutzt werden. Das hat der Hinduismus auch getan. Yoga und Hinduismus haben sich gegenseitig befruchtet und sind oftmals kaum auseinander zu halten.

Yoga hat auch das Ziel der „Erleuchtung“ und „Einswerdung mit Gott“ – dem „universellen Bewusstsein“ (welchen Namen man auch immer dafür hat). Dort kann sich die Wissenschaft des Yoga mit der Religion treffen und vereinen.

Viele westliche Wissenschaftler der Psychologie haben sich schon früh für den Yoga interessiert und damit auseinandergesetzt. So ist es nicht verwunderlich, dass heute immer mehr Psychologen und Psychotherapeuten dieses Wissen für ihre Psychotherapie nutzen und in ihre Arbeit einfließen lassen!