Achtsamkeit

Den Moment HIER & JETZT wahrnehmen – ohne Urteilen!

Achtsamkeit oder Gewahrsein des jetztigen Augenblickes bedeutet wirklich im HIER & JETZT wahrzunehmen und zu erleben. Eine besondere Qualität ist die des nicht Urteilens! Das bedeutet, dass wir – wie ein Kind, das etwas Neues sieht – schauen, wahrnehmen. Hat ein Kind noch keine Erfahrung damit gemacht, ist es mit allen Sinnen ganz offener Beobachter und – hat noch kein Urteil dazu.

Achtsamkeit kann immer nur JETZT stattfinden. Sie hat keine Verbindung zur Vergangenheit oder zur Zukunft. JETZT findet immer wieder neu statt – unaufhörlich, in jedem Augenblick. Die Eindrücke und Bilder gehen nicht über unseren urteilenden Verstand.

Man könnte auch sagen: „Ich bin“, oder sogar nur „BIN“!

Das Gewahrsein ermöglicht uns den jetzigen Moment wirklich aufzunehmen und zu erleben in einer Form, die ein neues Erlebnis mit einer neuen Erfahrung zulässt. Hier darf alles sein so wie es erscheint – auch unsere Gefühle. In dem Raum der dabei entsteht, kann Erkennen und Lernen stattfinden. In diesem Raum kann (ein neues & größeres) Bewusstsein entstehen!

Achtsamkeit fördert die Selbstwahrnehmung.

Achtsamkeit als Grundtechnik

Im Yoga ist die Achtsamkeit die mentale Grundtechnik, die „Hintergrundeinstellung“ bei allen Techniken wie Meditation, Asana, Pranayama usw.. Achtsamkeit bedeutet auch, mental alle Sinneswahrnehmungen, Gefühle und Gedanken wahrzunehmen neben dem aktiven tun in einer Körperübung oder einer Atemübung. Dazu gehören die mentalen Fähigkeiten der Konzentration und Fokussierung – mit wachsender Ausdauer verbunden.

Es ist also nicht verwunderlich, wenn beim regelmäßigen Üben des Yoga auch diese Fertigkeiten sich nebenbei verbessern…

Unser „Innerer Beobachter“

Nicht nur unsere äußere Umgebung, auch unsere inneren Gedankenspiralen machen in uns einen riesigen Lärm – da stellt sich die Frage: „Wo oder wer bin ich?“

Das Gewahrsein verbindet uns mit unserem „Inneren Beobachter“ im Yoga auch „Purusha“ genannt. Es ist die Instanz in mir, die mich beobachten kann. Das bedeutet, dass ich nicht meine Gefühle oder meine Gedanken BIN, sondern dass es eine höhere Instanz in mir gibt, die diese beobachten kann! Aus dieser Instanz heraus arbeiten wir im Yoga. Aus dieser Instanz heraus werden Erkenntnis- und Transformationsprozesse wie z. B. das Auflösen „negativer“ Gefühle erst möglich. Aus dieser Instanz heraus erkennen wir, dass wir uns aus erlernten „Automatismen“ & traumatischen Erfahrungen befreien können.

Aus dieser Instanz heraus erfahren wir, dass wir frei werden können von unserer Vergangenheit – um zu unseren Potentialen zurück finden zu können.

Purusha schafft Abstand zu Leid

Wir leiden unter unseren Gefühlen und Gedanken, weil wir uns damit identifizieren! Aber wir sind das nicht, es sind nur Erscheinungen, die in uns ungefragt auftauchen und etwas mit uns und unserem Körper machen. Sie beeinflussen unsere tägliche „WAHR-Nehmung“ unsere Schußfolgerungen und damit unsere Handlungen.

Unser innerer Beobachter schenkt uns den nötigen Abstand, um die Dinge und uns selbst wieder in einem anderen Licht sehen zu können. Purusha gibt uns die Möglichkeit einer Wahl. Erst wenn ich merke, dass ich den ganzen Tag über meinen blöden Chef nachdenke und es mir dabei immer schlechter geht, kann ich mich entscheiden, ihn – naja, jedenfalls die Gedanken an ihn – in der Mülltonne zu versenken! Ich kann mich entscheiden stattdessen draußen das schöne Frühlingswetter zu genießen.

Achtsamkeit spart viel Energie!

Was glauben Sie wieviel Energie Sie täglich für Ihre Gedankenkreise verschleudern??? Unglaublich viel, denn was nützt es ständig in der Vergangenheit zu grübeln oder sich um eine Zukunft Gedanken zu machen, die noch gar nicht da ist, von der wir nicht wissen, ob sie so oder wie überhaupt eintritt?

Sorgen, Zukunftsszenarien und zermarternde Gedanken über Vergangenes bringen uns nicht weiter. Wir verlieren unsere kostbare Zeit & Energie und die unglaubliche Möglichkeit, offen für neue Wege und Möglichkeiten zu sein.

Das ist in etwa so, als wenn Sie gerade umgezogen sind und der Möbelspediteur hat alle Möbel und Kisten usw. mitten in Ihr Zimmer rein gestellt und die Handwerker arbeiten auch noch weiter. Und mittendrin wollen Sie noch wohnen… Da sind Sie heilfroh, wenn jemand das Kommando übernimmt, aufräumt und der einen Überblick hat.

Jeder Gedanke kostet viel Energie, da er immer mit Gefühlen verbunden ist. Wir stricken sie liebend gerne zu Endlos-Schals weiter…, wir verstricken uns in sie! Die meisten unserer Gedanken sind mit „negativen“ Gefühlen verbunden. Das bedeutet STRESS pur – auch für unseren Körper!

Aber auch das Verdrängen „negativer“ Gefühle kostet extrem viel Energie, denn wir kämpfen gegen diese unliebsamen Gefühle an weil wir gelernt haben sie abzulehnen. Ablehnen heißt aber nicht, dass wir sie dabei auflösen, wir verstecken sie nur irgendwo in unserem Unterbewußtsein. Das ist ähnlich problematisch wie das unterirdische Lagern der Abfälle unserer Atomkraftwerke…

Schlüssel des Yoga

Achtsamkeit / Gewahrsein ist der Hauptschlüssel im Yoga und natürlich der Meditation – für Klarheit, Veränderung & Transformation.