Vini-Yoga

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Beim Vini-Yoga vergessen Sie bitte alle exotischen, zirkusreifen Verrenkungen sowie religiösen und “esoterischen” Praktiken!

Ziel ist hier die innere und äußere Balance besser (wieder) herstellen zu können, man könnte auch sagen: den “Stürmen des Lebens besser standzuhalten”.
Yoga ist eine uralte Sammlung von Erfahrungen über unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist, sie ist sozusagen die “universalste Ganzheitstherapie der Welt”. Gegründet u.a. auf den Schriften des

Patañjali (ca. um Christi Geburt) interpretierten und entwickelten die indischen Gelehrten Krishnamacharyas (1889-1989), sein Sohn T.K.V. Desikachar und andere die Lehren des Yogas so weiter, dass sie in unsere moderne Welt mit unseren heutigen Anforderungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen hineinpassen und verstanden werden können. Vini-Yoga geht nicht nur auf die individuellen Bedürfnisse, Gegebenheiten und Wünsche eines Menschen ein, sondern ist auch ausgerichtet auf seine Erkrankung, die sie lindern bzw. heilen will.

Die Individualität steht hier im Vordergrund, nicht das Gruppenziel oder der Lehrer als Vorbild zum “nachahmen”. Der Leistungsgedanke unserer Gesellschaft und die damit verbundenen Normen spielen hier keine Rolle mehr.

Ziele von Vini-Yoga (-therapie)

  • Ihre Ressourcen zu entdecken und wieder bewußt machen. Wir beschäftigen uns nicht mit den Dingen, die nicht funktionieren, sondern mit dem was möglich ist. Und darauf bauen wir auf. Wir beschäftigen uns mit dem was Sie stärkt! Yoga ist eine “Ressourcen-Therapie”.
  • Körper, Seele und Geist zu verbinden zu einem Ganzen, wieder “heil” zu werden.
  • Das Zurückfinden in Ihr ein Gleichgewicht – auf allen Ebenen – das immer wieder, immer schneller und in immer schwierigeren Situationen des Lebens!
  • Sich selbst besser kennen lernen, seine Grenzen respektieren lernen, schädliche Verhaltens- und Denkmuster aufzuspüren und in neue, Nützliche umwandeln.
  • Gesunderhaltung unseres Körpers
  • Einen Zustand des “In-sich-wohl-fühlens” zu erreichen.

Vini-Yoga ist ein Training auf allen Ebenen des Menschsein und ist in seiner Qualität und Ausrichtung immer auch therapeutisch zu einzustufen, weil das Individuum der Maßstab jeglichen Handelns ist. Das bedeutet, dass die Techniken des Yogas wie z.B. die Körperübung (Āsana), die Atemübungen (Prāṇāyāma) und die Meditation, jeweils auf die aktuelle und persönliche Situation des Menschen angepasst werden. Hierbei werden die neuesten Kenntnisse aus unserer Medizin und moderner westlicher Wissenschaft zu Grunde gelegt. Für jeden Menschen läßt sich eine ganz persönliche Übungsform finden die seine Situation verbessern kann. Ob Sie unter einer Krankheit leiden, im Rollstuhl sitzen, Hochleistungssportler sind, den ganzen Tag im Büro sitzen, jung oder alt sind spielt hier keine Rolle!

Yoga verbindet Körper, Geist und Seele miteinander und versteht sie als Einheit. Yoga bedeutet “Training” und Erfahrungen auf der körperlichen, geistigen und seelischen Ebene.
Dalmann/Soder: “Es ist faszinierend, wie viel ein Mensch über sich erfahren kann, wenn er in einfachsten Bewegungen seinen Körper und Atem mehr Achtsamkeit schenkt (…). Fast nebenbei verändert jede Übung den Körper schon in dem Moment, in dem sie uns Auskunft über ihn gibt (…). Āsana soll einem Menschen helfen, vorhandene Blockaden zu verringern und neue Freiheiten zu gewinnen (…). Yoga braucht Schritte”

Vini-Yoga macht sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Techniken des Westens zu Nutze, um zu einem besseren Verständnis alter Traditionen zu kommen und eine Optimierung und Verfeinerung aber auch Korrektur überlieferter Techniken und Denkweisen vorzunehmen.

Yoga in unserer hektischen Zeit…

Speziell in unserer sehr “extrovertierten”, westlichen Lebensweise kann Yoga mit seiner Introspektion einen sinnvollen Gegenpol bilden, der unserer “inneren Stimme” wieder mehr Gewicht verleiht.
Die “marktschreierischen” Angebote unserer lärmenden Außenwelt mit ihren schrillen Reklamebildern, übersteuerten Erwartungen, neuesten, immer wieder wechselnden Modewellen, unendlichen Angeboten und Meinungen übertönen schnell unser Innenleben und unsere individuellen, grundlegenden Bedürfnisse. Selbst ein erfahrener und engagierter Arzt, Therapeut oder Trainer sieht nur Bruchstücke von unserer Persönlichkeit und gibt uns aus dieser Sicht einen Rat oder eine Therapie. Beurteilen ob mir das wirklich gut tut kann immer nur ich. Weder meine Schmerzen noch mein Gefühl des Glücklichseins lassen sich bis heute wissenschaftlich objektiv erfassen und “beweisen”! Das ist aber ein grundlegender, wichtiger Aspekt meines Erlebens, meines Lebens!
Mit Training der geistigen Qualitäten Konzentration und Achtsamkeit erhalten wir ganz neue Instrumente, um auf unseren Körper, unsere Seele und unsere geistige Verfassung wie auch auf unsere Außenwelt zu reagieren. Unser Geist erhält, wie auch in vielen anderen östlichen Praktiken, ein anderes Gewicht in der körperlichen Übung.

Kurz gesagt bietet uns Yoga einen riesigen “Werkzeugkoffer” von effektiven Techniken an, um uns wieder ins Gleichgewicht zurückzubringen, die Stürme des Lebens leichter zu bewältigen und dabei unsere körperliche geistige und seelische Gesundheit zu stabilisieren.

Qualitäten, die wir mit Vini-Yoga in Verbindung bringen können…

  • Gesundheit, körperliches Wohlbefinden, Entspannung, Kraft, Beweglichkeit, Fitness,…
  • Konzentration, Achtsamkeit, Bewußtheit, Offenheit, gedankliche Ruhe,…
  • Ausgeglichenheit, innere Ruhe, Frieden, Zufriedenheit, Vertrauen, Geduld, Selbstvertrauen, Mitgefühl, innere Freiheit, Selbstakzeptanz, Loslassen können, Selbsterkenntnis, …
  • Liebe, Kraft, Freude, Selbstliebe, Gelassenheit, Stabilität, Flexibilität, Furchtlosigkeit, Vergebung, Annehmen, Dankbarkeit,…
  • Autentizität, Selbstbestimmung, Maitri (“Liebende Güte”), Toleranz, Akzeptanz, Mut,  Empathie, Verantwortungsbewußtsein, tiefe Erkenntnis, Verbundenheit mit allen Wesen, Weisheit.

Wenn SIE sich diesen Qualitäten verbunden fühlen,                                                               könnte Vini-Yoga etwas für Sie sein…

Einfach mal anfangen und erfahren…

Oft beginnt der “Yogaweg” mit dem Ziel, sich besser entspannen zu können, ein angenehmes und effektives “Work-Out” zu haben oder wiederkehrende Rückenschmerzen in die Flucht zu schlagen. Jedoch erwachsen aus den positiven Erfahrungen oft weitere Wünsche und Ziele wie mehr Gelassenheit, Ruhe, Weisheit und ethisches Handeln zu erreichen.
Wie weit, was oder wie schnell ich lernen möchte, bestimme ganz alleine ich selbst, so wie ich es brauche, wie es zu mir passt oder wie es mir gut tut. Lehrer und Therapeuten können mich auf diesem Weg begleiten und unterstützen, in der Gruppe oder in Einzelbetreuung.

Das Problem: wirklich erklären kann man die Wirkungen nicht, man muss die Erfahrung selbst machen. Dann wird sie fühlbar und verständlich. Vini-Yoga ist für jeden – ob jung oder alt, gesund oder behindert oder krank – durchführbar und eine Bereicherung.

Fotolia_32964249_Web klein b    Yoga-Therapie

Der Einsatz des Vini-Yoga zu therapeutischen Zwischen zielt auf die Stärkung von Selbstkontrolle (vom Bewusstsein ausgehend) sowie Selbstregulation (vom Organismus ausgehend). Sie ist selbstaktiv, autogen und aktivtherapeutisch. Der Selbstkontrolle unterliegen Muskelspannung, Atmung, Körperhaltung sowie unsere Denkweise.
Die Selbstregulation gestaltet das Wohlbefinden des Menschen aus dem inneren Gesetz des Organismus heraus über die Inhalte der Selbst-Kontrolle. Yogatherapie ist ein Weg der Erfahrung und Erkenntnis. Yogatherapie übt dabei die Fähigkeit der Anpassung des Organismus an alle möglichen Situationen des Lebens. Sie arbeitet nicht mit fremden und äußeren Einwirkungen, sondern mit unendlichem Nachgeben. Ihre Heilwirkungen sind, richtig angewandt, ohne schädliche Nebenwirkungen. Die Yogatherapie ist, neben den vielen verwirrenden Angeboten auf dem Heilmarkt, nicht irgendeine neue Mode, sondern überhaupt das Grundmodell ganzheitlichen Denkens.

Yogatherapie kann heilsam sein u.a. bei

  • Erkrankungen mit Schmerzen
  • Chronischen Schmerzen
  • Muskelverspannungen
  • Wirbelsäulenerkrankungen wie HWS-Syndrom
  • Muskeldysbalancen
  • Bluthochdruck
  • depressiven Störungen
  • Erschöpfungszuständen / Burn Out
  • Schlafstörungen
  • Atemwegserkrankungen
  • Migräne / Kopfschmerzen
  • neurologischen Erkrankungen

Yoga-Therapie steht der Physiotherapie sehr nah. Während in der Physiotherapie Einzelaspekte (wie z-B. das Auftrainieren von Funktionen) im Vordergrund stehen, so legt Yoga-Therapie den Schwerpunkt auf das harmonische Zusammenspiel von Körper – Geist und Seele. Sie wirkt – am Beispiel einer chronifizierten Schmerzerkrankung mit Angst-, Frust-, Ohnmachtsgefühlen – u.a. über den beruhigenden Atem und bringt den Körper in Entspannung. Durch die Entkrampfung werden harmonische und schmerzfreie Bewegungen oft erst wieder möglich. Durch die Harmonisierung der negativen Emotionen “wird der Kopf wieder frei”.5
Die Schulung des Geistes erlaubt neue Sichtweisen auf die persönliche Situation, durch Training der Aufmerksamkeit und Konzentration können sich wieder neue Lösungswege auftun. Das Verlassen alter schmerzbringender, schädlicher Verhaltensmuster wird durch positive Erfahrung von z.B. körperlichem Wohlbefinden eingeleitet und neue Wege eröffnen sich.

Das Loslassen, Abstand gewinnen, sich nicht “verstricken”, seine “Rollen” (Ego) im Leben zu erkennen, sich selbst lieben und annehmen und sich mit anderen Menschen, Wesen tief verbunden zu fühlen gehören zu den wichtigen Themen des Yoga genauso wie die ethische Verantwortung.
In der Yogatherapie steht die Wiederherstellung der Ökonomie sowie die Harmonisierung von Körper, Seele und Geist im Vordergrund, das Zurückfinden, sich wieder einpendeln in seine Mitte. Die Wirksamkeit von Yoga-Therapie ist u.a. zu erklären über eine Art  “Biofeedback-Effekt”, ganz ohne technische Hilfsmittel, nur mit Hilfe einer gut trainierten, liebevollen Achtsamkeit und Selbsterfahrung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Lernprozess der Selbstwirksamkeit: “Ich kann selbst etwas verändern, ich fühle mich nicht mehr dem Schmerz ausgeliefert”. Dies geschieht in der Yoga-Therapie auf einer wesentlich tieferen Ebene als es in der klassischen Physiotherapie (vor allem “auf Rezeptbasis”) möglich ist. Das im körperlichen Bereich Erfahrene fördert, unterstützt und verstärkt die Veränderung auch auf der seelischen und geistigen Ebene. Beispiel: Die körperliche Erfahrung von Beweglichkeit eröffnet auch auf seelischer und geistiger Ebene eine entsprechende Entwicklung.
Somit ist es nicht zu viel versprochen, wenn Patañjali und andere große Weisen Indiens vor 2000 und mehr Jahren Yoga als den Weg zu Selbstfindung beschreiben.2

Yoga-Therapie kann somit über die klassische Physiotherapie weiter hinaus gehen und wirken. Heilung ist ein innerer Prozess, in dem es darum geht zu lernen, sich selbst mit Liebe und Akzeptanz zu begegnen.

Weitere Informationen

Wenn Sie sich eingehender zum Thema Yoga informieren möchten, finden Sie hier eine Liste mit Literatur und Internetseiten.

Literatur:

  1. Warum Yoga, Imogen Dalmann und Martin Soder. Viveka-Verlag 2007.
    Hinweis: auch in der Praxis erhältlich!
  2. Das Yogasutra des Patanjali, T.K.V. Desikachar. Verlag Via Nova 1997.
  3. Yoga: Tradition und Erfahrung, T.K.V. Desikachar. Verlag Via Nova 1991.
  4. Yoga – neun Schritte in die Freiheit, R. Sriram. Theseus-Verlag 2001
  5. Yoga in der Physiotherapie, Monika Pohl. Pflaum Verlag München 2010.
  6. Yoga-Therapie, A.G. Mohan. Via Nova 2007.
  7. Die Welt in einem einzige Atom, Dalai Lama. Theseus-Verlag 2005.
  8. Yoga für Skeptiker – Ein Neurowissenschftler erklärt die uralte Weisheitslehre, Ulrich Ott. O.W.Barth-Verlag
  9. Meditation für SKeptiker – Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst, Ulrich Ott. O.W.Barth-Verlag
  10. Achtsamkeit als Weg – wie wir den Unwägbarkeiten des Lebens achtsam begegnen können, Ronald D. Siegel. Arbor-Verlag
  11. Das achtsame Gehirn, Daniel J. Siegel. Arbor-Verlag
  12. Achtsamkeit – ein buddhistisches Konzept erorbert die Wissenschaft, Herausgeber: Michael Zimmermann, Christof Spitz, Stefan Schmidt – Huber-Verlag
  13. Yoga in Prävention und Therapie, D.Mitzinger. Deutscher Ärzteverlag
  14. Biologie der Angst – wie aus Stress Gefühle werden, Gerald Hüther. Vandenhoeck  Ruprecht
  15. Was wir sind und was wir sein könnten – ein neurobiologischer Mutmacher, Gerald Hüter. Fischer-Verlag

Internetseiten:

http://www.byz.de/
http://www.yoga-info.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Yoga

Berufsverband deutscher Yogalehrer: http://www.yoga.de